Hauptschule ohne Zukunft in Duisburg
Proteste des Willy-Brandt-Berufskollegs in Rheinhausen
Die „zukünftigen Hartz-IV-Empfänger", so die Schüler des Willy-Brandt-Berufskollegs in Rheinhausen, sammelten sich um 9.30 Uhr auf dem Schulhof und zogen über Krefelder-, Friedrich-Ebert- und Schwarzenberger Straße mit viel Lärm und einer kurzzeitigen Besetzung der Kreuzung Schwarzenberger-/ Friedrich-Ebert-Straße zurück zur Schule.Weiterlesen: Proteste des Willy-Brandt-Berufskollegs in Rheinhausen
Kurze Wege, kleine Klassen
Dem Sparkonzept der Stadt setzen die Sprecher der Schulleitungen aller Grundschulen ein Bildungskonzept entgegen – und sehen in sinkenden Schülerzahlen pädagogische Chancen.
Acht Duisburger Grundschulen könnten in den nächsten Jahren für immer ihre Pforten schließen, wenn die Vorgaben des Haushaltsicherungskonzeptes komplett umgesetzt werden sollten.
„In den letzten zehn Jahren sind die Schülerzahlen in den Grundschulen von 25 000 auf 18 100 gesunken. Die Zahl der Schulen ist nur um zwei von 88 auf 86 reduziert worden. Die Schulen sind kleiner geworden. Die Entwicklung hält an. Sie bietet Chancen einer pädagogischen Weiterentwicklung, die nicht verschenkt werden dürfen”, heißt es in einem am Wochenende veröffentlichten Positionspapier.
Drei Kernforderungen finden sich darin: kurze Schulwege, kleine Klassen, kleine Schulen. „Kinder im Grundschulalter brauchen Schulen, die sie möglichst zu Fuß erreichen können”, fordern die Schulleiter. Der Schulweg sei ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit und fördere den sozialen Zusammenhalt der Kinder.
„Kleine Kinder brauchen Übersichtlichkeit, Platz und viel individuelle Zuwendung”, begründen die Schulleiter ihre Forderung nach Klassen mit maximal 24 Kindern. Gerade bei sozial benachteiligten Kindern oder solchen mit Migrationshintergrund zeigten kleine Klassen eine „nachweislich positive langfristige Wirkung”. Auch die Schulen sollten übersichtlich für die Sechs- bis Zehnjährigen sein, heißt es weiter. Zwei- und dreizügige Schulen seien daher zu erhalten.
Trotz der Sparvorgaben durch die Bezirksregierung sehen die Sprecher der Schulleitungen durchaus Spielraum für die Stadt, die durch sinkende Schülerzahlen freiwerdenden finanziellen Mittel zumindest teilweise für qualitative Verbesserungen an den Schulen zu nutzen: „Jetzt besteht die Möglichkeit, bei geringerer Klassenzahl Räume als Gruppen- oder Differenzierungsräume, als Leseparadies oder Schulbibliothek, als Stille-Raum oder als zusätzlichen Betreuungsraum für den Ganztag zu nutzen.”
Zudem stehe an einzelnen Schulstandorten den Kindern derzeit weniger Schulraum zur Verfügung, als es die Vorschriften des Schulministeriums vorsehen. Diese „Mindeststandards” könnten jetzt erfüllt werden.
Quelle: WAZ
Gesundheit in der Schule
Die Hauptschule in Duisburg stirbt aus
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