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Kein Geld für Schüleraustausch

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Hochheide Das Schüler-Austauschprogramm an der Erich-Kästner-Gesamtschule ist in Gefahr. Es hängt an einem Zuschuss von gerade mal 1240 Euro, den die Stadt bisher Jahr für Jahr gewährt hat. Wegen des Haushaltssicherungskonzeptes ist er als "freiwillige Ausgabe" jetzt gestrichen.

Der Austausch zwischen der Erich-Kästner-Gesamtschule und der Priory School in Duisburgs Partnerstadt Portsmouth läuft seit 15 Jahren. Immer im September fahren 20 Achtklässler der Gesamtschule für eine Woche nach England und wohnen dort bei Gastfamilien. Im Frühjahr folgt der Gegenbesuch aus England.

Die Eltern der deutschen Jugendlichen bezahlen 230 bis 250  Euro für das Ganze. Und mehr können sie auch nicht aufbringen, argumentiert Lehrer Raimund Kapl, der den Austausch organisiert.

"Unsere Elternschaft ist nicht so wohlhabend", stellt er fest. Die Schule bemühe sich bereits sehr darum, dass nicht der Geldbeutel der Eltern darüber entscheide, ob ein Kind mitfahren kann oder nicht: "Schon die Hinfahrt nach England im September habe ich nur mit einem Zuschuss des Fördervereins hingekriegt" – und bei dem sei auch nicht viel zu holen.

Langfristig bedrohe der Wegfall des Zuschusses das ganze Austauschprogramm, wenn sich nicht andere Geldquellen auftun. Zunächst mal aber könnten die Schüler, die im Herbst in England waren, keine Ausflüge mitmachen, wenn nun im März ihre englischen Gäste da sind. Sie fahren nicht mit in die Skihalle oder zum Kölner Dom. So etwas sei kein "Spaßprogramm", betont Kapl: "Die Schüler sollen gemeinsame Erlebnisse haben." Erfahrungen, über die sie in der Fremdsprache sprechen und die sie verbinden. Aus dem Austausch entstünden mitunter lange Freundschaften. Die Kinder blickten über den Tellerrand, viele zum ersten Mal. Sie öffneten sich fürs Reisen, für die Menschen und Kultur eines anderen Landes.

Die Bedeutung dessen werde in Duisburg nicht gewürdigt, beklagt die Gesamtschule. Es sei schwierig, im Rathaus Gehör zu finden. Lehrer und Schulleiter bezweifeln, dass ernsthaft nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht wurde. 1240 Euro seien für die Schule kaum aufzubringen, aber für die Stadt ein lächerlicher Betrag, so Kapl: "Man hört immer, wir investieren in Bildung. Und dann wird so was wegen eines kleinen Betrages vom Tisch gewischt."

Man habe Hilfe bei der Suche nach anderen Geldgebern angeboten, erwidert die Stadt. Der Zuschuss sei nun mal nicht mehr möglich: "Wir bedauern das."

Quelle: Rheinische Post